100 Tage im Gemeinderat – verstehen, gestalten, gemeinsam vorankommen

100 Tage im Amt als Gemeinderat und Präsident der Sozialbehörde – eine Gelegenheit, erste Eindrücke zu teilen und nach vorn zu schauen.

Als Neuling in der Kommunalpolitik waren die ersten Wochen für mich vor allem eine intensive Lernphase. Wie funktioniert das Zusammenspiel zwischen Gemeinderat, Behörden, und der Verwaltung? Wer trägt welche Verantwortung, und wie kommen Entscheidungen zustande? Vieles, was von aussen einfach erscheint, ist in der Praxis komplexer.

Ein Highlight für mich war das Kennenlernen der Mitarbeitenden in meinem Verantwortungsbereich – ein kompetentes und sehr engagiertes Team. Menschen, die sich mit starkem Einsatz um die Anliegen unserer Bevölkerung kümmern, oft im Hintergrund und nicht immer unter einfachen Bedingungen.

Als Gemeinderat sind wir dabei, neu zusammenzuwachsen. Zwei Neue und fünf Bisherige, die verschiedene Erfahrungen mitbringen. Meine Haltung ist klar – unterschiedliche Perspektiven gehören dazu. Entscheidend ist, dass wir konstruktiv zusammenarbeiten und handlungsfähig sind. Denn am Ende geht es nicht um einzelne Positionen, sondern um Eglisau.

Eine wichtige Aufgabe ist deshalb die Erarbeitung unserer Legislatur-Strategie, die jetzt ansteht – für den Gemeinderat wie für die Sozialbehörde. Wo setzen wir Prioritäten, woran wollen wir uns von der Bevölkerung messen lassen?

Für mich stehen einige Themen im Vordergrund: Erstens, ein verantwortungsvoller Umgang mit unseren Finanzen. Effizienz, klare Schwerpunkte, auch Bestehendes hinterfragen. Gute öffentliche Dienstleistungen – auch mit einem etwas tieferen Steuersatz.

Zweitens müssen wir die ökologischen Herausforderungen ernst nehmen. Der Hitzesommer hat gezeigt, dass wir Hausaufgaben zu machen haben. Grünflächen, öffentliche Räume, Energie, die immer präsenten Verkehrs- und Mobilitätsfragen: einiges können wir auch im Kleinen und vor Ort verbessern.

Drittens wünsche ich mir eine Gemeinde, in der sich möglichst viele Menschen einbringen und zugehörig fühlen. Alle Generationen, Ortsteile und Bevölkerungsgruppen sollen mitwirken können an der Weiterentwicklung von Eglisau. Unsere Vielfalt ist eine Stärke – und an der Teilhabe weiterzuarbeiten soll uns immer wieder beschäftigen.

In der Sozialbehörde haben wir uns vorgenommen bis Anfang 2027 unsere Prioritäten festzulegen – wir werden dann konkret und transparent informieren.

Was nehme ich aus den ersten 100 Tagen mit? Viel Respekt vor dem Engagement der Menschen, die unsere Gemeinde täglich am Laufen halten. Und die bestätigte Überzeugung, dass wir viel erreichen können, wenn wir unsere Kräfte bündeln, unterschiedliche Meinungen zulassen und gemeinsam an Lösungen arbeiten. Ich freue mich, meinen Beitrag dazu leisten zu dürfen.

Michael Fiebig
Ressortvorsteher Soziales