Eglisau bleibt in Bewegung

Verkehr beschäftigt Eglisau seit Jahrzehnten. Kaum ein anderes Thema prägt unseren Alltag so stark. Umso mehr freut es mich, dass wir in diesem Sommer einen sichtbaren Fortschritt erleben dürfen: Der neue Chrüzstrass-Kreisel ist seit Anfang Juli in Betrieb. Die ersten Erfahrungen sind erfreulich. Der Verkehr läuft flüssig, und in Richtung Eglisau sind bislang keine negativen Auswirkungen festzustellen.

Doch der Kreisel ist erst der Anfang des kantonalen Bauprojektes. Bereits im Herbst folgt mit der Eröffnung aller vier Fahrspuren im Hardwald und der neuen Brücke über dem Kreisel der nächste Meilenstein. Der genaue Termin hängt vom Baufortschritt und der Witterung ab, doch schon heute zeichnet sich ab: Die Verkehrsanbindung unserer Region wird leistungsfähiger und stauärmer.

Damit diese Verbesserungen auch in Eglisau spürbar werden, wird am südlichen Ortseingang eine intelligente Lichtsignalanlage den Verkehr dosieren. Sie reagiert flexibel auf das tatsächliche Verkehrsaufkommen und soll dafür sorgen, dass sich der Verkehr nicht einfach schneller ins Zentrum verlagert. Gleichzeitig erleichtert sie das Einbiegen und Queren innerhalb der Ortschaft. Der Kanton hat zugesichert, die Anlage laufend zu überwachen und wenn nötig anzupassen. Rückstaus bis zum neuen Kreisel sollen vermieden werden.

Diese Lösung ist jedoch nur eine Zwischenetappe. Sobald die Sanierung der Ortsdurchfahrt beginnt, wird die Verkehrsregelung über die Baustellenampeln erfolgen.

Bei der Ortsdurchfahrt selbst braucht es weiterhin Geduld. Der Kanton rechnet heute mit einem Baustart frühestens im Jahr 2029. Grund dafür sind die erwarteten Einsprachen/Beschwerden zum Temporegime insbesondere nach der Annahme der Mobilitätsinitiative. Solche Verzögerungen sind bei Projekten dieser Grössenordnung zwar nicht aussergewöhnlich, dennoch hätten wir uns einen früheren Beginn gewünscht. Gleichzeitig ist Planungssicherheit entscheidend. Der Gemeinderat wird sich deshalb auch weiterhin für eine möglichst rasche Umsetzung einsetzen.

Ebenso klar ist unsere Haltung zum Projekt selbst. Die geplante Sanierung bringt die unterschiedlichen Bedürfnisse von Bevölkerung, Gewerbe und Verkehr in einen ausgewogenen Ausgleich. Dazu gehört auch der Tempo-30-Abschnitt. Er erhöht die Sicherheit für Fussgängerinnen und Fussgänger, insbesondere Schülerinnen und Schüler, reduziert den Verkehrslärm und macht Eglisau lebenswerter. Daran halten wir fest.

Die Entwicklungen im Hardwald zeigen aber auch eines ganz deutlich: Sie verbessern die Anbindung unserer Region, lösen jedoch das Grundproblem von Eglisau nicht. Solange der Durchgangsverkehr mitten durch unser historisches Städtli fährt, bleibt die Umfahrung Eglisau unverzichtbar. Sie ist und bleibt das entscheidende Puzzleteil für eine nachhaltige Verkehrslösung. Der Gemeinderat wird sich deshalb auch künftig mit Überzeugung für dieses wichtige Generationenprojekt einsetzen.

Ein weiteres Thema, das viele interessiert, ist der geplante Rückbau der A50 bei Glattfelden. Das Projekt befindet sich noch in der Planungsphase; wann es umgesetzt wird, ist offen. Die langfristigen Auswirkungen auf das Verkehrsnetz dürfen dabei nicht ausser Acht gelassen werden. Mit den Entwicklungen in unserer Region, insbesondere im Zusammenhang mit dem geplanten Tiefenlager Nördlich Lägern, könnte sich die Frage nach ausreichenden Strassenkapazitäten in Zukunft neu stellen. Ob der heutige Entscheid langfristig der richtige ist, wird sich erst mit der Zeit zeigen. Wir werden diese Entwicklung aufmerksam begleiten.

Verkehrsprojekte brauchen oft einen langen Atem. Das ist manchmal frustrierend, weil die Veränderungen langsamer vorankommen, als wir es uns wünschen. Gleichzeitig zeigen die Fortschritte der letzten Monate, dass sich etwas bewegt. Schritt für Schritt kommen wir unserem Ziel näher: einem Eglisau, das gut erreichbar ist, in dem sich Menschen sicher bewegen können und dessen einzigartiger Ortskern als Lebensraum an Qualität gewinnt.

Ich danke Ihnen herzlich für Ihre Geduld, Ihr Verständnis und Ihr Vertrauen.

Roland Ruckstuhl
Gemeindepräsident