Aushub – Aufbau – Aufbruch

Die allermeisten Baustellen beginnen mit dem Aufbau einer Bauwand. Sie schützt Aussenstehende vor den Gefahren, die eine Baustelle mit sich bringt. Ist der Perimeter erst gesichert, folgen oftmals Bagger, um einen Aushub zu erstellen oder ein bestehendes Gebäude abzubrechen. Doch erst mit dem Aufbau eines Krans wird so richtig deutlich und auch klar im Landschaftsbild erkennbar, dass an dieser Stelle nun etwas Neues entstehen wird. 

In den letzten Jahren wurden in Eglisau so zahlreiche Kräne auf und wieder abgebaut. Ich denke dabei an die vielen Bauvorhaben von Privaten, die sich den Traum eines Eigenheims erfüllen konnten, aber auch an die Eglisau prägenden Bauvorhaben wie das Projekt Kleeblatt, den Umbau des ehemaligen Gasthofs Krone oder den Neubau des Sekundarschulhauses Schlafapfelbaum. 

Doch es gibt auch einige Projekte, die weniger prestigehaft, aber für uns als Gemeinde dennoch von grosser Wichtigkeit sind. Der Ausbau der Kläranlage wird wohl kaum einen Architekturpreis gewinnen, ist jedoch für die zukünftige Reinigung unseres Abwassers von grösster Wichtigkeit. Die Umnutzung des kleinen Garderobenhäuschens beim Sportplatz Schlafapfelbaum hat keinen Einfluss auf das Ortsbild, bringt aber einen grossen Mehrwert für den Unterhalt des Platzes. Und dann steht auch noch die Sanierung des ehemaligen Sekundarschulhauses im Städtli an. 

Gerade dieser Bau ist für mich etwas Besonderes. Vor 17 Jahren verbrachte ich dort meine letzten Wochen als Schüler bevor ich dann nach den Sommerferien meine Lehre als Hochbauzeichner in Rafz beginnen durfte. Damals hätte ich nie gedacht, dass ich 17 Jahre später wieder in meinem alten Klassenzimmer stehe und sehe, wie Wände durchbrochen und Deckenplatten demontiert werden.

Gleichzeitig hielt das Projekt für mich auch einige schöne Überraschungen bereit. So hätte ich vor gut zehn Jahren, als ich meinen damaligen Chef mitteilte, dass ich mich in der Welt der Generalunternehmer weiterentwickeln möchte, nicht erwartet, dass sich unsere Wege bei diesem Projekt wieder kreuzen werden. Umso mehr erfreute es mich, dass Herr Albrecht bei diesem Projekt die Bauleitung übernahm. Als weitere Überraschung kam die Freilegung der beiden Wandbilder von Hans P. Schaad hinzu, die nach der Sanierung wieder für die Öffentlichkeit sichtbar sein werden.

Ich hoffe, dass die zukünftigen Schülerinnen und Schüler genauso erfreut sind über die Bilder wie ich und interessiert nach den vielen kleinen Details darin suchen werden. Vielleicht wird auch mein Sohn eines Tages nach Hause kommen und von der Schnecke erzählen, die er unterhalb der Uhr beim Bild des Stadttors entdeckt hat. 

Rückblickend kann ich behaupten, dass wir in Eglisau zahlreiche spannende Projekte realisieren konnten, die unser Landstädtchen geprägt und weitergebracht haben. Projekte, die uns teilweise auch einiges an Geduld abverlangten. Projekte, die nicht nur durch das Wirken Einzelner, sondern durch den Einbezug Vieler zum Erfolg geführt haben. 

Wie vor 17 Jahren blühen die ersten Blumen und die Sonne scheint wieder öfter und länger. Es geht dem Sommer entgegen, für mich – damals wie heute – auch einem neuen Lebensabschnitt. Ich möchte mich an dieser Stelle bei Ihnen bedanken für das entgegengebrachte Vertrauen, die Geduld, die Kritik und besonders für die Zusammenarbeit, die ich in den letzten rund acht Jahren erfahren durfte. Ich wünsche Ihnen, wie auch dem neuen Gemeinderat, viel Kraft und Erfolg für die zahlreichen weiteren und neuen Herausforderungen, die in Zukunft anstehen. 

Nicolas Wälle
Vorsteher Bau und Planung