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Trotz Corona: Mit Zuversicht ins Jahr 2021

Liebe Eglisauerinnen, liebe Eglisauer

Ich hoffe sehr, dass Sie trotz allen Widrigkeiten in der Corona-Krise eine besinnliche Adventszeit verbringen konnten.

Ich formuliere diesen Text Mitte Dezember 2020. Die Lage in unseren Spitälern ist sehr angespannt. Die Taskforce des Bundes und das BAG fordern nachdrücklich weitergehende Massnahmen. Das «Gschtürm» zwischen Bund und Kantonen ist in vollem Gange, es wird ein Lockdown wie im Frühling erwartet. In Abwandlung des berühmten Ausspruches von Bundesrat Alain Berset komme ich zum Schluss: Wir können Corona leider immer noch nicht.

Bundesrat Berset hat zu Beginn der Corona-Epidemie wiederholt von Demut und Bescheidenheit gesprochen, auf die wir uns jetzt besinnen sollten. Ich glaube, dass wir in aller Bescheidenheit und selbstkritisch feststellen müssen, dass die Schweiz in der Pandemie kein Sonderfall ist, dass wir – das Volk und die gewählten Politikerinnen und Politiker – in der Bewältigung der Krise nicht besser dastehen als unsere Nachbarn. Wir sind sehr verwöhnt und es fällt uns schwer, auf liebgewonnene Gewohnheiten zu verzichten. Die allermeisten von uns haben keine Erfahrung mit schweren Krisen. Wir haben grosse Mühe mit den vielen Unsicherheiten, die uns Corona beschert. Der Marathonlauf, den uns Bundesrat Berset im März angekündigt hat, ist noch lange nicht zu Ende.

Wenn mich persönlich der «Corona-Blues» packt, versuche ich, mich auf die positiven Aspekte der Krise zu besinnen. Die gibt es nämlich auch. Zwei kleine Beobachtungen aus dem Alltag: Ich habe noch nie so viele Menschen spazierend, laufend oder velofahrend in unserer wunderschönen Umgebung angetroffen wie in den vergangenen Monaten. Viele haben entdeckt, welche Qualität darin steckt, wenn man unmittelbar vor der Haustür ausspannen und buchstäblich auf Distanz gehen kann. Viele kleine Detailhandelsgeschäfte berichten von deutlich gestiegenen Umsätzen und von einer grossen Nachfrage nach biologisch und in der Region produzierten Lebensmitteln. Offenbar gibt es zumindest in Teilen der Bevölkerung eine Rückbesinnung auf Werte, die in unserem hektischen Alltag mehr und mehr verloren gegangen sind. Jede Krise geht einmal zu Ende. Eine banale Aussage, ich weiss. Man muss sich das aber immer wieder vor Augen führen, damit die Zuversicht nicht verloren geht. Die rasanten Fortschritte in der Entwicklung eines Impfstoffes lassen hoffen, dass wir im neuen Jahr wieder mit weniger Einschränkungen leben können. Angesichts der dramatischen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen der Pandemie ist das doch ein grosser Lichtblick.

Das Corona-Virus hat u.a. auch dazu geführt, dass Eglisau zum ersten Mal in der jüngeren Geschichte am 1. Januar 2021 ohne rechtskräftiges Budget dasteht.

Der Gemeinderat wollte die Gemeindeversammlung vom 10. Dezember 2020 wenn immer möglich durchführen, damit die demokratischen Mitwirkungsrechte bei der Beratung von Budget und Steuerfuss 2021 gewahrt werden können. Leider mussten wir die Versammlung dann wegen eines zu grossen Andrangs absagen.

Wir werden zu Beginn des neuen Jahres mit einem sogenannten Notbudget arbeiten müssen. Die rechtlichen Vorgaben bei einem Notbudget sind sehr strikt. Bis ein gültiges Budget vorliegt, dürfen unabhängig von deren Höhe nur noch Ausgaben getätigt werden, die unerlässlich sind, um den ordnungsgemässen Betrieb der Verwaltung aufrecht zu erhalten. Erlaubt sind auch Ausgaben, für welche vertragliche oder rechtliche Verpflichtungen bestehen.

Die meisten Projekte werden also ruhen. Mit Beschaffungen muss zugewartet werden. Dienstleistungen müssen zum Teil eingeschränkt werden. Investitionen und bauliche Unterhaltsarbeiten werden zurückgestellt, soweit keine unmittelbare Gefährdung der Betriebssicherheit besteht oder bei einem Aufschub mit grösseren Folgekosten zu rechnen ist.

Gelingt es nicht, bis Ende März 2021 das Budget und den Steuerfuss zu beschliessen, legt der Regierungsrat des Kantons Zürich Budget und Steuerfuss fest. Der Gemeinderat hofft darum sehr, dass die Stimmberechtigten dem Budget 2021 am 31. Januar an der Urne zustimmen werden.

Ich wünsche Ihnen alles Gute für das neue Jahr 2021. Bleiben Sie gesund und guten Mutes! Wenn Sie der «Corona-Blues» packt, kann Bewegung an der frischen Luft, z.B. ein Spaziergang auf den Galgenbuck, helfen.

Peter Bär/Gemeindepräsident
 

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