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Umfahrung Eglisau: Wettbewerb für die Strassenbrücke 04. Mar 2019

Am 12. Februar hat die Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich angekündigt, dass sie die Planung der Umfahrung Eglisau vorantreiben will, indem mit einem Wettbewerb ein bewilligungsfähiges Brückenprojekt erarbeitet werden soll.

Mehr als 22‘000 Fahrzeuge pro Tag, ein sehr hoher Lastwagenanteil und tägliche Staus: Die Eglisauerinnen und Eglisauer entlang der Ortsdurchfahrt von Eglisau sind seit Jahrzehnten übermässigen Belastungen ausgesetzt. Eine wirksame und dauerhafte Entlastung kann nur mit einer Umfahrung erzielt werden.

Eine Umfahrung von Eglisau berührt verschiedene Schutzobjekte, insbesondere die Flusslandschaft des Rheins und das Eisenbahnviadukt. Die Landschaft ist im BLN-Inventar (Bundesinventar der Landschaften von nationaler Bedeutung) eingetragen, das Eisenbahnviadukt steht unter kantonalem Denkmalschutz.

Diese gewichtigen Schutzziele schränken den Planungsspielraum für die Linienführung einer Umfahrung sehr stark ein. Die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) und die Eidgenössische Kommission für Denkmalpflege (EKD) kamen 2015 zum Schluss, dass die bis anhin ausgearbeiteten Varianten als schwerwiegende Beeinträchtigung der erwähnten Schutzobjekte einzustufen seien. Allerdings schliessen die Kommissionen eine verträglichere Lösung nicht kategorisch aus. Der Regierungsrat des Kantons Zürich hat daraufhin beschlossen, eine Umfahrung mit einer weiteren oberirdischen Rheinquerung weiterzuverfolgen.

Die Volkswirtschaftsdirektion möchte nun die Lösungssuche mithilfe eines Wettbewerbsverfahrens beschleunigen. Wegweisend hierfür sind die positiven Erfahrungen in Grüningen, wo mit einem Studienauftrag in einem ähnlich komplexen Umfeld ein vielversprechendes Umfahrungsprojekt gefunden werden konnte.

Unter Leitung des kantonalen Amts für Verkehr, das für die strategische Planung der Verkehrsinfrastruktur zuständig ist, wird in den kommenden Monaten ein Brückenwettbewerb durchgeführt. Nach einer Präqualifikation werden drei bis fünf Teams zum Wettbewerb zugelassen. Die Wettbewerbsaufgabe besteht darin, einen Lösungsansatz zu finden, der die Schwere der Eingriffe in Bezug auf die Schutzziele so weit wie möglich reduziert. Gleichzeitig soll der verkehrliche Nutzen eines solchen Projekts möglichst hoch und die Kosten verhältnismässig sein.

 

Der Wettbewerb wird durch ein Beurteilungsgremium (stimmberechtigte Jury und beratende Mitglieder) begleitet. Darin vertreten sind die relevanten kantonalen Fachstellen, externe Expertinnen und Experten des Brückenbaus und der Architektur und der Gemeindepräsident als Vertreter der Gemeinde Eglisau in der Jury. Der Entscheid der Jury ist für den Herbst 2019 vorgesehen.

Der Gemeinderat und der Verein Umfahrung Eglisau begrüssen das Vorgehen sehr. Dieser neue Anlauf zur Realisierung der Umfahrung Eglisau ist vielversprechend.

Es darf heute davon ausgegangen werden, dass der angekündigte Wettbewerb eine Lösung hervorbringen wird, welche die Bewilligungsbehörden und die Bevölkerung überzeugen wird. Mit der Einsitznahme des Eglisauer Gemeindepräsidenten in die Jury ist zudem sichergestellt, dass die Interessen der Bevölkerung schon in diesem frühen Stadium der Planung einer Umfahrung gewahrt werden. Die Gemeindebehörden werden vom Verein Umfahrung Eglisau unterstützt.

Peter Bär/Gemeindepräsident Eglisau

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