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Das Asyl- und Flüchtlingswesen in Eglisau 31. May 2018

Der Gemeinde Eglisau werden vom Kanton regelmässig Asylsuchende zugewiesen, zurzeit beträgt die Quote 0,7 % der Einwohnerzahl. Das Sozialsekretariat betreut aktuell 17 Asylsuchende, 8 vorläufig aufgenommene Personen und 22 vorläufig aufgenommene und anerkannte Flüchtlinge. Sie stammen vorwiegend aus Eritrea.

Die per 1. März 2018 in Kraft getretene Teilrevision des Sozialhilfegesetzes nehmen wir zum Anlass, Sie über das Asylwesen in unserer Gemeinde zu informieren.

Die Asylsuchenden werden im Auftrag der Gemeinde von Rolf Sigg betreut. Sie sind in einer der Asylunterkünfte in Zweier- und Viererzimmern mit gemeinsamer Küche, Aufenthaltsraum, Bad sowie Waschmaschine untergebracht. Fast täglich besucht der Betreuer die Unterkünfte, unterstützt die Asylsuchenden bei ihren Anliegen, ist besorgt für die Funktionalität der Infrastruktur und kontrolliert die Einhaltung der Hausordnung.

Asylsuchende (Ausweis N)
Sie stehen im Asylverfahren und haben ein entsprechendes Aufenthaltsrecht. Für den Lebens­unterhalt wird ihnen von der Gemeinde ein monatlicher Grundbedarf von maximal Fr. 480.-- ausbezahlt. Die Wohn- und Gesundheitskosten sowie die Auslagen für den öffentlichen Verkehr (zum Beispiel für Arzt, Kurse, Beschäftigungen) werden zusätzlich von der Gemeinde übernommen. Während des Asylverfahrens ist die Erwerbstätigkeit von Asylsuchenden nur beschränkt möglich. Mit dem Entscheid des Staatssekretariats für Migration (SEM) wird das Asylverfahren abgeschlossen. Wird der betroffenen Person Asyl gewährt, erhält sie eine Aufenthaltsbewilligung (B) und wird nach den Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) unterstützt. Bei einem ablehnenden, rechtskräftigen Entscheid wird die betroffene Person für die Ausweisung in die kantonale Notunterkunft zurückgebracht. Nun gibt es auch Gesuchstellende, denen in der Schweiz zwar kein Asyl gewährt wird, deren Wegweisung aber aus bestimmten Gründen nicht möglich ist. Ihnen wird die vorläufige Aufnahme in der Schweiz gewährt. Hier wird unterschieden:

Vorläufig aufgenommene Flüchtlinge (Ausweis F)
Sie werden –wie die die anerkannten Flüchtlinge mit dem Ausweis B- gemäss den Richtlinien der SKOS unterstützt und sind aufgefordert, eine eigene günstige Unterkunft sowie eine Erwerbstätigkeit zu suchen.

Vorläufig aufgenommene Personen (Ausweis F), Gesetzesänderung
Hier handelt es sich um ausländische Personen, die im Gegensatz zu den Flüchtlingen die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllen. Bis Ende Juni 2018 werden sie ebenfalls gemäss den Richtlinien der SKOS unterstützt. Das Zürcher Stimmvolk hat am 24. September 2017 beschlossen, dass diese Personen künftig nach den (tieferen) Ansätzen für Asylsuchende unterstützt werden sollen. Der Gemeinderat hat am 9. April 2018 den Bericht der Sozialbehörde zur Umsetzung der Gesetzesänderung per 1. Juli 2018 genehmigt. Künftig haben diese Personen keine freie Wohnsitzwahl mehr und verbleiben in der Asylunterkunft, solange ihre Finanzierung durch die Gemeinde erfolgt. Personen, welche heute bereits in einer eigenen Unterkunft leben, dürfen dort verbleiben, da es sich bei unseren Fällen durchwegs um günstige Unterkünfte handelt.

Erfahrungsgemäss bleiben vorläufig aufgenommene Personen für längere Zeit in der Schweiz. Ihrer besonderen Situation ist bei der Unterstützung Rechnung zu tragen, namentlich soll die berufliche, soziale und kulturelle Integration erleichtert werden. Die Sozialbehörde Eglisau vertritt die deutliche Haltung, dass aufgrund der unklaren Situation bezüglich Rückführung auch für die vorläufig aufgenommenen Personen weiterhin eine langfristige Integrations­strategie mit dem Ziel einer nachhaltigen sozialen und beruflichen Integration sinnvoll und anzustreben ist. Vorläufig aufgenommene Personen haben die Möglichkeit, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.

Deutschkurse
Die Gemeinde Eglisau hat sich mit den Gemeinden im Rafzerfeld zusammengeschlossen und bietet seit September 2017 eigene Deutschkurse an. An den Deutschkursen nehmen Asylsuchende, vorläufig aufgenommene Personen, vorläufig aufgenommene und anerkannte Flüchtlinge teil. Aktuell laufen drei Kurse in Rafz (täglich jeweils vormittags) mit dem zusätzlichen Angebot von Aufgabenhilfe. Täglich sind Erfolge zu beobachten, die weit über die sprachlichen Kompetenzen hinausgehen.

Integrationsmassnahmen
Bei Erreichen eines angemessenen Deutschniveaus werden alle Flüchtlinge und die vorläufig aufgenommenen Personen (ausser Asylsuchende) der Stiftung Chance, einem erfahrenen Anbieter im Flüchtlingsbereich, zur Abklärung der geeigneten Integrationsmassnahmen zugewiesen. Die zuständigen fallführenden Personen im Sozialsekretariat erarbeiten zusammen mit den Betroffenen eine Strategie, welche der Sozialbehörde Eglisau zur Diskussion und Bewilligung der Massnahmenkosten vorgelegt wird. Zur Senkung der Kosten werden Integra­tions­massnahmen gewählt, welche bundesfinanziert sind oder vom RAV angeboten werden.

Die Mitarbeitenden des Sozialsekretariats, Manuela Gomringer und Manuela Burkhardt, begleiten diese Menschen professionell und berücksichtigen die individuellen Möglichkeiten und Lebenssituationen. Bis zur Unabhängigkeit von der Sozialhilfe durch ein eigenes Erwerbseinkommen ist oft ein langer Weg zu gehen, der von allen Seiten mit viel Geduld, Respekt, Konsequenz und Zuversicht begangen werden will. Einige Asylsuchende und Flüchtlinge werden auf ihrem Weg von engagierten Freiwilligen aus Eglisau unterstützt – ihnen sei dafür herzlich gedankt! Das konstruktive Zusammenwirken der gesetzlichen Aufgaben einer Gemeinde mit den Menschen, die in der Gemeinde leben, macht es erst möglich, dass Integration gelingen kann.                                                             

Sozialbehörde Eglisau

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