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Rebbergmelioration «Vorder Stadtberg»

Die Rebfläche des vorderen Stadtbergs ist im Besitz von zwölf Eigentümern. Verschiedene Bewirtschafter bearbeiten zwei bis vier Parzellen an unterschiedlichen Standorten, was eine rationelle Bewirtschaftung erschwert. Damit der „Vordere Stadtberg“ auch in Zukunft als Rebberg erhalten werden kann, wird eine Rebbergmelioration zum Zweck der Verbesserung der Produktionsbedingungen und der Erschliessung durchgeführt (Terrassierung, Neuerschliessung sowie eine pachtweise Arrondierung). Mit hochwertigen Magerwiesen und einer durchgehenden Wildblumenböschung in der oberen Lage des Rebbergs wird die Artenvielfalt gefördert. Durch die naturnahe Pflege der Reben entsteht eine wertvolle Kulturlandschaft zwischen Städtli und Wiler.

Die bauliche Ausführung wird etappiert. Der westliche Teil des Rebbergs bis zur neuen Schuelstäge wird im Winter 2020/2021 realisiert. Der Rest folgt voraussichtlich im Winter 2023/2024. Mit diesem gestaffelten Vorgehen kann ein vollständiger Ausfall der Traubenernte im Rebberg verhindert werden.

Für die Durchführung wurde von den Grundeigentümern eine Meliorationsgenossenschaft gebildet. Die Politische Gemeinde Eglisau unterstützt die Rebbergmelioration sowohl in administrativer als auch in finanzieller Hinsicht. Der Gemeinderat ist mit Werner Graf, Werkvorstand, in der Meliorationsgenossenschaft vertreten. Neben Bund, Kanton und Grundeigentümern beteiligt sich die Gemeinde mit Fr. 163'000.- an den Gesamtkosten von rund Fr. 800'000.-.

Da sich im Projektperimeter mit der Breitistäge, Eselstäge und Schuelstäge öffentliche Treppenanlagen befinden, ist die Gemeinde auch als Grundeigentümerin betroffen. Die Breiti- und die Eselstäge wurden an verschobener Lage zur neuen Breitistäge zusammengelegt. Die sanierungsbedürftige Schuelstäge wurde im Zuge der Rebbergmelioration in Stand gesetzt. Die beiden Treppen konnten Ende Oktober 2020 geöffnet werden.

Newsmeldungen zum Dossier

Aus dem technischen Betrieb: Erstellung der Rebbergtreppen

Auch im vergangenen Jahr einige wichtige Infrastrukturprojekte geplant und realisiert, eines davon sind die beiden Rebbergtreppen.

Der Jahreswechsel ist üblicherweise ein Moment der Besinnung, man schaut zurück auf Vergangenes, blickt in die Zukunft und auf das, was da kommen mag.

Dieses Jahr ist der Blick zurück in vieler Hinsicht negativ behaftet in dieser besonderen, für alle schwierigen Corona-Zeit. Wenn man etwas genauer schaut, kommen einem dann doch auch noch andere Dinge in den Sinn, die in positiver Erinnerung bleiben. Hier in Eglisau wurden zum Beispiel auch im vergangenen Jahr einige wichtige Infrastrukturprojekte geplant und realisiert, eines davon sind die beiden Rebbergtreppen.

Im Zusammenhang mit der seit einigen Jahren geplanten Rebbergmelioration hatte der Gemeinderat entschieden, die beiden öffentlichen Treppen im Rebberg vorder Stadtberg zu ersetzen. Einerseits waren beide Treppen in verschiedener Hinsicht erneuerungsbedürftig. So fehlte zum Beispiel ein Handlauf, einzelne Treppentritte brachen aus und mussten permanent repariert werden, aber auch die Beleuchtung war mangelhaft. Fragen der Sicherheit für die Benutzer stellten sich seit längerer Zeit. Die Treppen fungieren als Verkehrswege und werden von Fussgängern regelmässig benutzt. Da die Rebbergmelioration unter anderem die Grundstücke der Rebbauern zusammenlegt und teilweise neu aufteilt, um die Bewirtschaftung wo möglich maschinell betreiben zu können, werden auch die verschiedenen alten, privaten, Treppen nicht mehr benötigt. So ergab sich die Möglichkeit, die beiden öffentlichen, im Eigentum der Gemeinde stehenden Treppen, zu ersetzen und somit den gängigen Normen und Anforderungen entsprechend auszugestalten. Gleichzeitig werden die Treppen lagemässig so platziert, dass sie sowohl im Zusammenhang mit der Rebbergmelioration einen Sinn ergeben aber auch den Bedürfnissen der Nutzer entsprechen. Wichtig scheint mir in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass bei der Planung und Ausführung der Treppen auf die oben erwähnten Punkte Rücksicht genommen wurde, dass jedoch – immer mit Blick auf die angespannte Finanzlage – auf unnötige oder gar luxuriöse Ausstattungen verzichtet wurde. Als Beispiel sei hier die Beleuchtung erwähnt, die anstelle der gewählten Kandelaber (mit Bewegungssensoren) durch eine teurere Beleuchtung ausgeführt hätte werden können, welche in die Geländer integriert gewesen wäre. Auch bei der Ausführung der Treppenstufen wurde auf die Kosten für Bau und Unterhalt geachtet.

Um die oben erwähnte Rebbergmelioration (ein Projekt der Rebbergmeliorationsgenossenschaft bestehend aus den Rebbauern, Bund, Kanton und Gemeinde) gut planen und ausführen zu können, wurde der Neubau der beiden Treppen im Rebberg durch die Gemeinde zeitlich so gelegt, dass nach dem Abschluss des Treppenbaus nahtlos mit dem Entfernen der Reben und den Bauarbeiten im eigentlichen Rebberg begonnen werden konnte. Dank der meist trockenen Witterung und des gut eingespielten Bauteams der beauftragten Bauunternehmung konnte der Zeitplan eingehalten werden und vor allem konnten die Bauarbeiten unfallfrei durchgeführt werden. Letzteres ist nicht selbstverständlich, wenn man sich die Steilheit des Geländes und die notwendigen Materialtransporte (Abbruch und Neubau) vor Augen führt.

In der Zwischenzeit erfreuen sich die Treppen bereits grosser Beliebtheit und die Rückmeldungen sind durchwegs positiv. Leider wurde die Schuelstäge im oberen Bereich bereits Opfer eines Vandaleaktes (Beschädigung von zwei Tritten durch herabgeworfene grosse Steine), auch dies ist ein Zeichen der Zeit. Dies soll jedoch nicht die gesamthaft positive Wirkung der Treppen schmälern.

Über den Stand der Rebbergmelioriation werde ich Sie in einem der nächsten Mitteilungsblätter informieren, sobald man auch «etwas sieht» von den neuen Reben. Zurzeit sind die Rückbauarbeiten im Gang und Anfang Jahr soll mit den Terrassierungen begonnen werden.

Hoffentlich konnte ich Ihnen mit der Beleuchtung dieses Projektes ein bisschen zu einem positiven Start in ein gutes, wiederum für uns alle herausforderndes, 2021 verhelfen.

Alles Gute zum neuen Jahr und freundliche Grüsse

Werner Graf/Gemeinderat

Schuelstaege.JPG