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Naturschutzgebiet Tössriederen

Ein belastetes Areal gemeinsam zum Erholungsraum aufwerten

Ein geschichtsträchtiger Ort mit Handlungsbedarf

In Tössriederen in der Gemeinde Eglisau besteht im Gebiet Hinterriet ein unterirdisches Tanklager, das von 1957 bis 1978 betrieben wurde. Es stammt aus der Zeit, als man den Hochrhein als Wasserstrasse nutzen wollte. Die Tanks aus Stahl und aus Beton wurden entleert und stillgelegt, die Anlage selber aber belassen. Heute ist sie überwachsen, der Zahn der Zeit nagt daran. Das ehemalige Tanklager für Brenn- und Treibstoffe in dieser Form zu belassen ist keine Option für die Zukunft. Diese Anlagen stellen langfristig ein Sicherheitsrisiko dar, deshalb besteht Handlungsbedarf. In einem Ausschreibungsverfahren sollen nun die Kosten für einen Rückbau bzw. eine Sicherung der Anlage ermittelt werden.

Alle Beteiligten arbeiten an einer Lösung

Das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft des Kantons Zürich (AWEL) hat Anfang 2015 die Initiative ergriffen, um eine nachhaltige Lösung für den unbefriedigenden Zustand zu finden. Nach einem Rückbau bzw. einer Sicherung der Tankanlagen soll das Areal einer land- bzw. forstwirtschaftlichen Nutzung zugeführt werden. Aufgrund der Bedeutung als Naherholungsgebiet wird auch ein Mehrwert für die Erholung suchende Bevölkerung geschaffen. Alle beteiligten Stellen haben ihre Bereitschaft zur Mitarbeit bekundet und sind in den Prozess involviert: der Kanton, die Standortgemeinde Eglisau, die Migrol AG als frühere Betreiberin, die Pflichtlagerorganisation der schweizerischen Mineralölwirtschaft Carbura sowie der Grundeigentümer Marcel Quiblier.

Mit Submissionsverfahren die Kosten ermitteln

Da zur Zeit noch unklar ist, mit welchen Kosten für den Rückbau bzw. die Sicherung der Anlagen zu rechnen ist, wird in einem zweistufigen Submissionsverfahren zunächst eine Totalunternehmer-Offerte eingeholt. In Kenntnis der Kosten soll dann eine Lösung für die Frage gefunden werden, welche Parteien sich in welchem Ausmass daran beteiligen.

Die Bevölkerung und die Umwelt schonen

Die Totalunternehmer-Offerten müssen aufzeigen, welche Immissionen der Rückbau bzw. die Sanierung für Tössriederen bringen würde (zum Beispiel Baustellentransporte). Die Belastung für Bevölkerung und Umwelt muss minimiert werden.

Verein koordiniert die Arbeiten

Um das Submissionsverfahren durchzuführen, wurde am 28. Januar 2016 der Verein Sanierung Tanklager Tössriederen mit Sitz in Eglisau gegründet. Mitglieder des Vereins sind die Gemeinde Eglisau, das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft des Kantons Zürich (AWEL), die Migrol AG, Carbura und Grundeigentümer Marcel Quiblier. Der Verein ist Ausdruck des gemeinsamen und überzeugten Engagements aller Beteiligten.

Update November 2017

Rückbau des Tanklagers Tössriederen steht bevor

Der Rückbau des ehemaligen Tanklagers Tössriederen in der Gemeinde Eglisau rückt näher. Die Evaluation durch den Verein «Sa­nierung Tanklager Tössriederen» konnte diesen Sommer abgeschlossen werden. Voraussichtlich in der ersten Hälfte 2018 beginnen die Rückbauarbeiten.  

Nachhaltige Aufwertung des Areals

Der Rückbau wertet das rund 40’000 Qua­dratmeter grosse Areal als Naherholungs­gebiet für die Bevölkerung und Passanten entlang des Rheinufers nachhaltig auf. Die Altlast aus Zeiten des Kalten Krieges wird beseitigt.  

Migrol übernimmt Bauherrschaft

Die Migrol AG, die das Tanklager in den 1950er-Jahren gebaut und das Areal vor über 30 Jahren verkauft hatte, übernimmt nun die Bauherrschaft für die Sanierung und trägt die Hauptkosten von insgesamt rund 5 Millionen Franken. Mit der gelunge­nen Aufgleisung des Projekts und dessen Finanzierung wird der Verein «Sanierung Tanklager Tössriederen» aufgelöst.

Wie es weitergeht

  • 30. November 2017: Einreichung des Baugesuchs
  • Ab Dezember 2017: Öffentliche Gesuchs- und Bewilligungs­phase
  • 2018–2019: Bauphase – Bevölkerung und Passanten werden laufend informiert
  • 2019/2020: Projektabschluss

Newsmeldungen zum Dossier

Vom Tanklager zum Naturparadies

Auf dem Grundstück des ehemaligen Tanklagers bei Tössriederen in Eglisau soll Lebensraum für seltene und bedrohte Arten geschaffen werden. Pro Natura Zürich reicht in diesen Tagen ein Baugesuch für die Aufwertung der gut vier Hektaren ein.

Auf dem Gebiet des ehemaligen Tanklagers in Eglisau soll auf gut vier Hektaren ein neues Naturschutzgebiet entstehen. Das Grundstück gehört seit 2019 Pro Natura. Wo früher Öltanks unter der Erde lagen, sollen unzählige Tier- und Pflanzenarten dringend benötigten Lebensraum finden.

Magerwiesen für bedrohte Arten

Primär sollen grossflächige trockene und feuchte Magerwiesen entstehen. Sie sind in der Schweiz rar geworden, dabei gehören sie zu den artenreichsten Lebensräumen des Landes. In ihnen finden zahlreiche seltene und bedrohte Pflanzen einen Platz, und sie sind ein Paradies für Grillen, Schmetterlinge, Käfer und Wildbienen. In einer ersten Etappe wurde 2019 der südliche Bereich bereits in diesem Sinne rekultiviert: Pro Natura Zürich konnte erwirken, dass der nährstoffreiche Oberboden abgeführt wurde, und hat mit artenreichem Schnittgut aus der Region eine Magerwiese angelegt.

Befreite, lebendige Gewässer

In einer zweiten Etappe möchte Pro Natura Zürich in diesem Jahr den nördlichen Bereich aufwerten: Eine Geländeauffüllung und der nährstoffreiche Oberboden sollen abgetragen werden. Der zurzeit in einer Betonhalbschale geführte Bach soll künftig grösstenteils offen durch das Gelände fliessen. Ein temporär austrocknender Teich soll Lebensraum bieten für Amphibien und andere an Gewässer gebundene Tiere und Pflanzen. Ein Trampelpfad ermöglicht der Bevölkerung die Querung des Gebiets und lädt zum Einblick in das Schutzgebiet ein.

Umsetzung noch in diesem Jahr

Die Bewilligung für die Bauarbeiten sollte bis Ende September vorliegen. Dann bleibt bei günstiger Witterung genug Zeit, um die Massnahmen noch in diesem Jahr umzusetzen. Die Arbeiten auf dem Grundstück werden rund zehn Wochen in Anspruch nehmen.

Weiterführende Informationen

Aufwertung Grundstück Tanklager, Präsentation Pro Natura

Aufwertung Grundstück Tanklager, Videopräsentation Pro Natura mit Ton (Youtube-Video)

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